Hund im Sommer: Pfoten schützen auf heissem Asphalt – was wirklich hilft
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag Bekleidung & Mode elterntipps.ch Haustiere Hunde hundenews.ch Lifestyle Magazine nachrichtenticker.ch News Prävention Rassen Schuhe Sicherheit Themen Tiere Tierschutz Tierwelt tierwelt.news Tipps Trends Verbreitung Zubehör
Was für uns ein angenehmer Sommertag ist, kann für den Hund zur schmerzhaften Erfahrung werden. Während wir mit Sandalen über den Asphalt spazieren, laufen Hunde mit empfindlichen Pfoten direkt auf einem Untergrund, der sich bei sommerlichen Temperaturen auf 50 Grad und mehr aufheizen kann. Wer weiss, wie man Pfoten schützt, wann man lieber zuhause bleibt und was im Notfall zu tun ist, tut seinem Hund einen grossen Gefallen.
Hunde kühlen sich anders als Menschen. Sie können nicht schwitzen – nur über die Pfoten und durch Hecheln geben sie Wärme ab. Das bedeutet: Die Pfoten sind nicht nur das Fundament des Hundes, sondern auch ein wichtiger Teil seiner Temperaturregulierung. Wer sie verletzt, belastet den ganzen Organismus.
Wie warm wird Asphalt wirklich?
Die Temperaturdifferenz zwischen Luft und Bodenbelag überrascht viele Hundehalterinnen und Hundehalter. Laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten und mehreren Veterinärquellen gilt als Faustregel:
- Bei 25 Grad Lufttemperatur erwärmt sich Asphalt auf rund 45 bis 50 Grad
- Bei 30 Grad Aussentemperatur erreicht die Strassenoberfläche 50 bis 55 Grad
- Bei 35 Grad können es auf dem Asphalt 55 bis 65 Grad werden
Eine Studie der Frostburg University zeigte: Beton hatte bei gleichzeitiger Messung eine Temperatur von 40 Grad, Ziegelsteine von rund 43 Grad – und Asphalt bereits 51 Grad. Diese Temperaturen können innerhalb von Sekunden zu Verbrennungen führen.
Der Sieben-Sekunden-Test: So einfach geht’s
Bevor der Hund auf stark erwärmten Untergrund gesetzt wird, empfiehlt Vier Pfoten den sogenannten Sieben-Sekunden-Test: Den Handrücken sieben Sekunden lang flach auf den Asphalt legen. Ist das zu schmerzhaft oder unangenehm, ist die Temperatur auch für die Pfoten des Hundes zu hoch. In diesem Fall: Route ändern, Zeitpunkt verschieben oder den Hund tragen.
Einige Quellen empfehlen auch fünf Sekunden – in jedem Fall gilt: Was für die eigene Haut zu warm ist, ist es für den Hund ebenfalls.
Welche Hunde sind besonders gefährdet?
Grundsätzlich ist jeder Hund gefährdet – aber einige Gruppen besonders:
- Kleine Rassen: Chihuahua, Yorkshire Terrier, Mops und andere kleine Hunde haben weniger Abstand zum Boden und sind der Bodenwärme stärker ausgesetzt
- Hunde mit hellen Ballen: Pigmentarme Ballen sind empfindlicher als dunkle – ähnlich wie helle Menschenhaut schneller verbrennt
- Welpen und Junghunde: Ihre Pfoten sind noch nicht abgehärtet und reagieren empfindlicher auf Wärme
- Ältere Hunde: Die Ballenhaut kann im Alter trockener und rissiger werden – und damit anfälliger
- Übergewichtige Hunde: Mehr Gewicht bedeutet mehr Druck auf die Pfoten und damit stärkere Erwärmung der Ballen
Wann und wo spazieren – die wichtigsten Regeln
Die einfachste und wirksamste Massnahme: Spaziergänge in die kühleren Tageszeiten verlegen.
- Morgens vor 8 Uhr: Asphalt hat sich über Nacht abgekühlt – ideale Zeit für längere Touren
- Abends nach 20 Uhr: Asphalt kühlt nach Sonnenuntergang relativ schnell ab
- Schattige Routen wählen: Waldwege, Wiesen, Erdpfade und Grasflächen sind deutlich kühler als Asphalt oder Pflastersteine
- Kurze Runden statt langer Märsche: An sehr warmen Tagen lieber mehrere kurze Runden als eine lange
- Kein „Sitz» oder „Platz» auf warmem Boden: Kommandos, die den Hund in Bodenkontakt bringen, auf stark erwärmtem Untergrund vermeiden
Pfoten schützen: Was wirklich hilft
- Pfotenbalsam: Spezielle Pfotensalben oder -balsame auf Bienenwachsbasis halten die Ballenhaut geschmeidig und stärken die natürliche Schutzbarriere. Sie schützen vor leichten Verbrennungen und Austrocknung gleichzeitig. Regelmässige Anwendung – nicht nur im Sommer, auch im Winter – zahlt sich langfristig aus.
- Hundeschuhe: Für Hunde, die regelmässig auf Asphalt laufen, können Hundeschuhe eine sinnvolle Lösung sein. Wichtig: atmungsaktiv, gut sitzend und dem Hund schrittweise durch positive Erfahrungen beigebracht. Nicht jeder Hund akzeptiert sie sofort – Geduld und Leckerlis helfen.
- Nach dem Spaziergang: Pfoten mit kühlem Wasser abspülen – das erfrischt die Ballen und entfernt Schmutz und Rückstände vom Boden.
Anzeichen einer Pfotenverletzung erkennen
Hunde zeigen Schmerzen selten direkt. Folgende Zeichen können auf eine Pfotenverletzung hinweisen:
- Hund leckt oder knabbert intensiv an den Pfoten
- Hinken oder unregelmässiger Gang nach dem Spaziergang
- Rötungen, Schwellungen oder Blasenbildung an den Ballen
- Hund weigert sich, auf einem bestimmten Untergrund zu laufen
- Sichtbare Wunden oder Hautablösungen an den Ballen
Erste Hilfe bei Pfotenverletzungen
Wenn der Verdacht auf eine Verbrennung besteht:
- Sofort vom stark erwärmten Untergrund nehmen – tragen, nicht weiter laufen lassen
- Pfote mit kühlem (nicht eiskaltem) Wasser kühlen – unter fliessendes Wasser halten, 10 bis 15 Minuten
- Pfote locker bandagieren oder mit einer sauberen Socke schützen
- Zum Tierarzt – auch scheinbar leichte Verbrennungen können tiefer gehen als sichtbar. Der Tierarzt beurteilt den Schweregrad und entscheidet über die weitere Behandlung
Nie Eis, Eiswasser oder Butter auf Verbrennungen auftragen – das kann den Schaden verschlimmern.
Auch Sand und Kunstrasenn können gefährlich sein
Heisser Asphalt ist die bekannteste Gefahr – aber nicht die einzige. Heller Sand am See oder am Strand kann sich ebenfalls stark aufheizen. Kunstrasen auf Spielplätzen oder Sportplätzen heizt sich laut mehreren Studien noch stärker auf als Asphalt und wird von vielen Hundehaltern unterschätzt. Auch hier gilt der Sieben-Sekunden-Test.
Video-Tipp: Pfoten auf heissem Asphalt – was Hundehalter wissen müssen
Dieses aktuelle Video vom Juli 2025 zeigt kompakt und praxisnah, worauf man beim Spaziergang auf warmem Untergrund achten sollte – und wie man seinen Hund wirksam schützt:
Fazit
Pfotenschutz im Sommer ist keine Übertreibung – er ist gesunder Hausverstand. Wer Spaziergänge in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt, schattige Routen wählt, den Sieben-Sekunden-Test macht und Pfotenbalsam verwendet, schützt seinen Hund wirksam und einfach. Und wer im Zweifel ist: lieber einmal zu viel schauen als einmal zu wenig.
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